Hans Dieter Kern

Anthroposophie

Wenn Sie einen Text wie diesen hier lesen, was machen Sie da? – Sie lesen die einzelnen Worte und Sätze und versuchen dann den ganzen Zusammenhang und Sinn zu verstehen.

Das aber ist ein geistiger Vorgang, den Sie als ein mit Geist begabtes Wesen ausführen und der Sie daran erinnern könnte, dass es außer der sichtbaren, materiellen Welt noch eine unsichtbare, geistige Welt gibt.

Die Inhalte und Formen dieser geistigen Welt versucht Rudolf Steiner in Anlehnung an Goethe und dem christlich-abendländischen Weltbild und in Anerkennung der östlichen bzw. außereuropäischen Weisheit zu vermitteln.

Viele verbinden mit dem Begriff „Geist“ die Vorstellung von einem „Gespenst“, das nur in der Phantasie und Literatur existiert. Dabei übersehen die meisten sich selbst und das, was Sie fast dauernd tun. Der Mensch lebt meist in seiner Gedankenwelt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dazu kommen noch Empfindungen und Gefühle, die aber auch unsichtbar und somit erst einmal nicht greifbar und fassbar sind. Auch diese Seelenwelt wird von Rudolf Steiner in ihrer Differenziertheit dargestellt.

Die Anthroposophie gibt Begriffe und Methoden, wodurch der Mensch sich und die Welt in ihrer Geistigkeit erfassen und erleben kann. Das aber, ohne vor der realen Welt zu fliehen, sondern im Gegenteil.

Dafür, zum Abschluss, eine Übung als kleiner Beweis, die jeder ausführen kann und die nach ein paar Tagen oder Wochen schon ihre „Früchte“ zeigt:

Am Ende des Tages eine Rückschau auf den Tag halten, vom Abend zum Morgen hin.

Am Morgen eine Vorschau auf den kommenden Tag, mit den persönlichen Wünschen, Zielen aber auch Notwendigkeiten.

Die Wirkung dieses Übens kann sehr vielfältig sein. Was beispielsweise angeregt werden kann, ist, über das eigene Leben nachzusinnen und zu beginnen, es noch sinnvoller zu gestalten.